Gemeinde Amerang  |  E-Mail: info@amerang.de  |  Online: http://www.amerang.de

Wo liegt die Grenze zwischen unbedenklichem Alkoholgenuss und schädlichem Trinken?

Genuss, riskanter Konsum oder doch schon Sucht?

Logo NEON Suchtberatung

Alkoholische Getränke gehören seit Jahrhunderten zu unserer Kultur und sind fester Bestandteil vieler alltäglicher Rituale. Dass wir jedoch nicht zu viel und zu häufig trinken sollten, wissen wir alle. Nicht nur wegen den gesundheitlichen Gefahren, die vom Zellgift Alkohol ausgehen, sondern auch weil die Droge Alkohol zu einer Abhängigkeit führen kann.

 

Doch wo liegt denn nun die Grenze zwischen einem unbedenklichen Alkoholgenuss und schädlichem oder gar abhängigem Trinken? Zunächst gibt es aus medizinischer Sicht klare Richtwerte für einen ungefährlichen Gebrauch: Männer sollten nicht mehr als eine Halbe Bier oder 0,2 Liter Wein am Tag trinken, Frauen nur die Hälfte.

Diese Richtwerte bedeuten aber nur, dass der Körper diese zugeführte Menge Alkohol gut abbauen kann. Ähnlich wie bei anderen Ernährungsempfehlungen auch, bedeutet ein Abweichen davon nicht gleich den Ausbruch körperlicher Schäden. Aber über die psychische Dynamik, die mit dem Konsum verbunden ist, wird dadurch auch noch nichts ausgesagt.

 

Deshalb ist es wichtig, zunächst die Kriterien für einen sogenannten „Genusskonsum“ zu beachten. Die Dosis und Häufigkeit des Konsums müssen niedrig sein und der Konsum darf nicht regelmäßig stattfinden. Pro Woche sollten mindestens zwei, besser drei oder mehr Tage ohne Alkohol eingehalten werden. Auch sollte in Zeiten mit hoher Belastung oder Konflikten gar nicht getrunken werden. Auch beim Autofahren oder anderen unfallträchtigen Situationen muss ebenfalls verzichtet werden.

 

Und vor allem: exzessive Trinkgelage, Alkoholkonsum während der Arbeit oder beim Sport und Zeiten mit sehr regelmäßigem Konsum sind eindeutig als „Riskanter Gebrauch“ zu sehen. Als besonders problematisch ist das Trinken von Alkohol bei Problemen und Sorgen zu bewerten.

Von einem deutlichen Alkoholproblem ist dann auszugehen, wenn sehr regelmäßig, in höheren Mengen und trotz Konflikten die auch durch den Alkohol ausgelöst werden weitergetrunken wird. Ein solcher „Missbrauch“ muss nicht zwingend in eine Abhängigkeit führen, es braucht aber ein entschlossenes dagegen steuern und bestenfalls den Mut, sich auch mit Unterstützung von außen um die Ursachen der Belastungen und Konflikte zu kümmern.

 

Neue Erkenntnisse der Suchtforschung können dabei allen Betroffenen Mut machen. Es gilt mittlerweile als gesichert, dass viele Menschen die einmal die Schwelle zum problematischen Trinken überschritten haben, wieder zurück zu einem maßvollen und gesundheitsverträglichen Konsum finden.

In einer telefonischen Beratung oder im persönlichen Gespräch mit uns können alle wichtige Fragen geklärt werden. Betroffene können sich ambulant bei uns behandeln lassen oder werden von uns an geeignete Stellen weitervermittelt. Alle Gespräche sind streng vertraulich. Auch gibt es in der Region Selbsthilfegruppenfür Angehörige alkoholkranker Menschen. Sowohl die Beratung bei uns als auch die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe sind kostenlos. 

Informationen finden Sie im Internet unter www.neon-rosenheim.de oder unter 08031-3042300.

drucken nach oben