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Letzte Änderung:
13.12.2019

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LEADER-Aktive der „Chiemgauer Seenplatte“ informieren sich am Limes

Erbe der Römer präsentieren

Leader2018_Erbe-Römer-Burgaslach
Limes-Fachberaterin Andrea May erläutert den LEADER-Aktiven aus Chiemgauer Seenplatte und Chiemgauer Alpen die unterschiedlichen Ansichten der Geländeoberfläche mit Spuren aus der Römerzeit, die an der Station gezeigt werden, die moderne Methoden der archäologischen Forschung visualisiert

In den LEADER-Regionen Chiemgauer Seenplatte und Chiemgauer Alpen haben sichelf Gemeinden zusammengeschlossen,um die Geschichte und Hinterlassenschaften der Römer auf ihrem Gebiet in der „Römerregion Chiemsee“ sichtbar und erlebbar zu machen. Leader2018_Erbe-Römer-präsentieren2Wie das funktionieren kann, erkundeten nun LEADER-Aktive aus beiden Regionen bei zwei Lokalen Aktionsgruppen in der Gegend Altmühltal. Um zu erfahren, wie die ihre Lage am Obergermanisch-Raetischen Limes genutzt haben, um Einheimische und Besucher mit dem Gesicht der Region zur Zeit der Römer bekannt zu machen, wurden mehrere Projekte besichtigt, mit denen daran erinnert wird, dass hier in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt das Römische Reich ans Herrschaftsgebiet von Germanenstämmen angegrenzt hat, mit einer ausgeklügelten militärischen Grenzabsicherung der Römer und römischem Alltagsleben in den von ihnen besetzten Gebieten.

 

Erste Station der Besichtigungsfahrt war der Markt Kipfenberg in der LEADER-Region Altmühl-Jura, der zu den sechs Gemeinden gehört, die sich im Besonderen als Limes-Gemeinden zusammengeschlossen haben. Bürgermeister Christian Wagner erklärte den Besuchern aus dem Chiemgau, dass Kipfenberg seine Lage am Limes und seine römische Vergangenheit mit anschaulicher Leader2018_Erbe-der-Römer-präsentieren1Geschichtsvermittlung unter anderem im Römer- und Bajuwarenmuseum stark betont. Selbst das Schwimmbad werde Freibad „Am Limes“ genannt. Ebenso stellte Wagner den „Limesspielplatz“ an der Grund- und Mittelschule „Am Limes“ vor, der mit einem Modellwachturm als Spielgerät und einer Info-Tafel für die Eltern auf einem kleinen Hügel gelegen als weithin sichtbarer Hinweis an das historische Erbe des Ortes erinnert. Des Weiteren wurde von den Chiemgauer LEADER-Aktiven der Kipfenberger Beitrag zu dem Projekt „KUNSTamBANDamLIMES“ besichtigt. Projektleiterin Sabine Lund stellte dar, wie sieben Gemeinden mit sieben Skulpturen an markanten Punkten den Verlauf des Limes auf ihrem Gebiet visualisieren, als Ergebnis eines gemeinsamen Kunstwettbewerbs. Denn der Limes sei dort nur noch als Bodendenkmal vorhanden, das lediglich dem geschulten Auge sichtbar sei. An der nächsten Station Erkertshofen, einem Ortsteil von Titting, ebenfalls im Landkreis Eichstätt, machte Tittings Altbürgermeister Martin Heiß die am römischen Erbe Interessierten aus der Region Chiemsee mit den Nachbauten eines gemauerten römischen Wachturms und eines Römerbackofens bekannt.

 

Weiter ging es für die Chiemgauer nach Mittelfranken in den Landkreis Weißenburg in die LEADER-Region Altmühlfranken. Hier wurde im Naturpark Altmühltal der Römererlebnispfad Burgsalach realisiert und die LEADER-Aktiven aus dem Süden konnten sich an einigen Stationen über die Möglichkeiten informieren, das UNESCO-Weltkulturerbe Limes für interessierte Besucher greifbar zu machen. Die Limes-Fachberaterin des Bezirks Mittelfranken Andrea May erläuterte die Problematik, dass an Welterbestätten keine Grabungen mehr möglich sind, damit die Denkmäler tatsächlich auch in Zukunft erhalten bleiben, man sich daher der verschiedensten Medien bedienen müsse, um dennoch den am Leben in der Antike Interessierten Eindrücke von den Spuren der Römer im ehemaligen Raetien zu vermitteln. Zwar wurden die Reste früherer Grabungen und Freilegungen sowie Nachbauten beispielsweise eines hölzernen Wachturms in den Rundweg einbezogen, dennoch standen die Konzipierer der Stationen vor der Herausforderung, in innovativer Art und Weise den Wanderern auf dem Römererlebnispfad Gelegenheit zu geben, in längst vergangene Zeiten einzutauchen und die Lebensbedingungen der Menschen am Limes vor knapp 2000 Jahren zu erfühlen. Gelöst wurde das durch interaktive Stationsmodule wie beispielsweise eine fensterartige Blickrekonstruktion, durch die man sich in die Situation eines römischen Soldaten am Limes versetzt. Besonders für Kinder attraktiv ist eine Art „Flipper“, an dem man mit Geschicklichkeit das Modell eines ehemals in der Nähe gelegenen Kastells erkunden kann. An einer weiteren Station wird bildlich vermittelt, mit welchen Methoden heutzutage die Spuren der römischen Vergangenheit in der Landschaft sichtbar gemacht werden können. Archäologin Andrea May erläuterte hier den Besuchern aus dem Chiemgau, wie durch die Kombination von gewöhnlichen Luftbildern und den Ergebnissen von Airborne Laserscanning und Magnetometrie ein genaues Bild der räumlichen Situation am Fundort entsteht. Die LAG-Managerin der LEADER-Region Altmühlfranken Carolin Tischner und Veronica Platzek, im Landratsamt Weißenburg für Tourismus zuständig, machten den Besuchern aus der künftigen „Römerregion Chiemsee“ deutlich, dass durch den Ausbau der Angebote, den Limes auf spannende Weise zu erleben und das römische Erbe besser zu verstehen, die touristische Attraktivität der Region Altmühlfranken gestiegen ist. Ähnliches in der Chiemsee-Region umzusetzen, dafür hatten die Exkursionsteilnehmer viele Anregungen erhalten.

 

Text und Fotos: Inge Graichen

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